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Comic-Reviews
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Am 27. Juni 2008 ist der großartige Künstler und Visionär Michael Turner von uns gegangen. Er hinterlässt eine riesige Lücke in seiner Familie und in der gesamten Comic-Welt. Unsere Gedanken sind bei allen Trauernden und Hinterbliebenen. Dieser Verlust ist nun ein Anlass für uns ein Special als Gedenken an diese Comic-Legende herauszubringen. Michael Turner wurde am 21. April 1971 in Crossville geboren. Er wurde hauptsächlich durch Serien wie Fathom, Witchblade und Superman/Batman bekannt. 1994 zog Michael Turner von Tennessee nach Kalifornien um mit seiner Comic-Karriere zu beginnen. Dort wurde er von Marc Silvestri auf einer Comicmesse entdeckt und für seinen Verlag Top Cow engagiert. 1995 entwickelte er die Serie Witchblade maßgeblich mit, die er bis Heft 11 (Alte Serie – deutsche Zählung) zum größten Teil auch selbst gezeichnet hat. Witchblade wurde eine der erfolgreichsten Comicserien in den 90er Jahren. Mit Fathom präsentierte er 1998 seinen ersten eigenen Comic, für den er auch die Rechte besaß. Das Projekt schlug ein wie eine Bombe und wurde zum meist verkauften Comic des Jahres. Er verließ Top Cow und musste die Rechte an seinem Werk Fathom gegen den ehemaligen Arbeitgeber verteidigen, da dieser Anspruch auf die Figuren erhob, die während der Zusammenarbeit entstanden waren. In einem langen Rechtsstreit konnte er aber sein Eigentum verteidigen und Fortsetzungen seines großen Erfolges produzieren. Mit Aspen MLT (steht für seine Initialen Michael Layne Turner) gründete er 2002 einen eigenen Comicverlag, um seine Visionen verwirklichen zu können. Sein Verlag ist nach der Hauptfigur in Fathom, Aspen Matthews benannt. 2004 ließ sich Turner von DC Comics für etliche Zeichnungen an Titelbilder gewinnen. Es entstanden Cover für Flash, Supergirl, Justice League of America und Identity Crisis. Ebenso gestaltete er auch mehrere Innenzeichnungen für die Serie Superman/Batman (8-13). 2005 übernahm Michael Turner (und damit auch Aspen MLT) für Marvel Comics verschiedene Coverzeichnungen für Fantastic Four und Civil War. Im Lauf der Jahre entstanden in seinem eigenen Verlag immer mehr Comicserien wie Soulfire (von der es 3 Spin-Offs gibt: Dying of the Light, Chaos Reign und New World Order), außerdem Shrugged, Iron and the Maiden, und Ekos (die leider nie in Serie ging). Michael Turner erreichte mit seinen fantasievollen Geschichten eine große Fangemeinde, die stetig wuchs. Kaum jemand hat in den letzten Jahren so viel neue Energie und frischen Wind in die Comicszene gebracht wie er mit seinen ausgefallen und tiefgründigen Geschichten, die ganz neue Helden hervorgebracht haben. Obwohl er immer wieder von seiner heimtückischen Krebserkrankung (Chondrosarcoma) heimgesucht wurde, hat er nie aufgegeben und immer wieder an neuen Ideen und Charakterentwicklungen gearbeitet. Er musste sich einer heftigen Strahlentherapie unterziehen und in einem großen operativen Eingriff wurden ihm Teile seiner Hüfte und des Beckens entfernt. Dennoch hat er immer wieder neuen Lebensmut gefasst und weiter an seinen Visionen gearbeitet. Er faszinierte alle Fans mit seiner Detailverliebtheit und seinem unvergleichlichen und einzigartigen Zeichenstil. Er war stets eine Inspiration und beflügelte die Fantasie seiner Leser. Wir werden deinen schöpferischen Geist sehr vermissen. Forever Rest in Peace and Felicity with the Dust of the Stars!
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Für Gedanken an die Familie können sich alle Fans an folgende Adresse wenden: Aspen MLT,
Inc. Oder ihr besucht uns auf unserer Draw-World Seite. Ich würde mich freuen euch dort zu lesen und mich mit euch über Michael Turner auszutauschen! www.draw-world.d Eure Chrissy H.
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Blue Evolution: Ein deutsches Comic-Projekt |
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Deutschland ist in punkto Comic-Eigenproduktionen immer eher ein Entwicklungsland gewesen, das wie viele andere im Schatten der großen Comic-Länder Amerika und Frankreich steht. Hansrudi Wäscher durfte in den Fünfzigern für den Lehning-Verlag von ,Sigurd' bis ,Tibor' am Band Abenteuercomics erstellen, die unverkennbar seinen Stempel trugen. Sonst blieb alles im braven funny Bereich für Kinder: ,Fix und Foxi' blieb nicht mehr als der Versuch, der Übermacht der amerikanischen Maus etwas entgegenzusetzen, was halbwegs konkurrenzfähig aussah. Die großen Comic-Magazine ,Zack' und ,Primo' aus den Siebziger Jahren brachten in erster Linie frankobelgisches und spanisches Zeug, wenn auch hin und wieder als direkte Zusammenarbeit mit deutschen Szenaristen wie dem Pionier Peter Wiechmann (,Primo'). Heute ist die Marktlage für deutsche Comic-Produktionen wahrscheinlich schwieriger denn je, denn die Präsenz amerikanischer Fantasy und japanischer Mangas erstickt jeden breit angelegten Versuch, mit einer spezifisch deutschen Produktion einen Treffer zu landen Große Verlage wie Ehapa und Carlsen verbraten lieber Comics als Lizenzausgaben, die schon in anderen Ländern wie Japan und Frankreich Erfolg hatten, statt sich mit teuren eigenen Produktionen in die Nesseln zu setzen. Können's die Deutschen nicht oder fehlt einfach der Markt für Eigenes im eigenen Land, das nicht wie Satire-Funnies ,Werner' oder ,Das kleine Arschloch' daher kommt? Comic-Macher in Deutschland, die mit neuen Ideen die Szene bereichern wollen, müssen sich als Idealisten in die Sache reinhängen und einen großen Teil der finanziellen Mittel für die Herausgabe eines Heftes bzw. Albums selbst tragen - ohne zu wissen, ob sie jemals auf ihre Kosten kommen werden. Versuche, im Heftformat an amerikanische Vorbilder heranzukommen, wie ,Die Vergessenen' (Ideenschmiede Paul & Paul, 1998 - 2000), scheitern in der Regel am Vertrieb und den hohen Kosten, die ein in Arbeitsteilung kreierter Comic mit sich bringt. Wenn der Sponsor den Geldhahn zudreht, landet das Projekt womöglich unvollendet im Aus. Independent-Verlage wie Reprodukt und das Comicwerk wagen vieles, kommen aber über Insider-Kreise, die auf einschlägigen Messen vertreten sind, nur schwer hinaus. Doch gerade hier bietet sich dem engagierten Idealisten ein Forum, wo er seine Editionen in kleiner Auflage einem interessierten Publikum präsentieren kann. In diesem Fall zeichnen, texten und finanzieren Fans für Fans, die bereit sind, für ein schönes Heft auch einen fairen Preis zu zahlen - mit dem Wissen, dass sie sich damit etwas Besonderes ergattert haben, das sie am Kiosk nicht bekommen können. Dieses Konzept geht auf und ist ausbaufähig, wie ein deutsches Projekt beweist, das von einer Handvoll engagierter Fans getragen wird, die mit Begeisterung, Fleiß und eigenen Finanzmitteln und einem unabhängigen Independent-Verlag ,thenextart' ihre persönliche Comic-Serie in Heftform herausgebracht haben: ,Blue Evolution'.
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Die Macher von ,Blue Evolution': Marian Kretschmer, Sebastian Schwarzbold, Sven Loose und Stephan Haack
Ich will auf dieser Seite den Werdegang des Projektes aus meiner Sicht nachvollziehen - was nicht ganz einfach ist. Denn die Hefte erschienen nicht in der chronologischen Reihenfolge der Geschichte, sondern so, wie es die Gegebenheiten der Entstehung vorbestimmten. Zeichner Marian Kretschmers Arbeitsweise ist mindestens ebenso fantastisch wie seine Ergebnisse, und es ist wohl das Verdienst von Sebastian Schwarzbold, das unbezweifelbare Talent in verwertbare Bahnen zu lenken. Stephan Haack steuert durch seine profunden Photoshop-Kenntnisse die düstere und intensive Kolorierung bei, und Sven Loose versucht durch sein germanistisches Wirken dem schier unentwirrbaren Knäuel der inneren Wirklichkeit der Hauptfigur Malik so etwas wie einen Sinn abzugewinnen. Seit ich zum ersten Mal einige von Marians Zeichnungen im Original auf der Comic Action in Essen 2005 gesehen habe, bin ich Fan dieser skurrilen, verschlungenen, phantastischen und gelegentlich unentwirrbaren Zeichnungen. Ihre Stärke liegt im Detail und der eigenwilligen Darstellung der Figuren im Raum, fast immer leicht perspektivisch verzerrt und in kühnen, klaren Linien. Marian gelingt es wie sonst keinem Zeichner, meine Phantasie anzuregen und meine Begeisterung für schöne Bilder und erfundene Welten zu wecken. Und bei allem, was er sich sicher bei amerikanischer Comic-Fantasy abgeschaut hat, ist er doch doch typisch deutsch: tiefsinnig, versponnen, ernst und auf eine fast ,faustische' Weise auf die Erschließung einer fremden Welt aus - die, wie ich vermute, im Grunde unsere Realität selbst ist. |
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Blue Evolution #001-1 - Beginn |
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,Blue Evolution' beginnt mit den programmatischen Sätzen: ,Im Universum gibt es Millionen von Welten. Sie sind wie Waben in einem Bienenstock miteinander verbunden. Eine davon ist unsere Erde.' Das allein zeigt schon, wie weit die Konzeption dieses Comics ins Universum hinaus greift. ,Blue Evolution' ist das ambitionierte Unternehmen einiger junger Männer um den Künstler Marian Kretschmer aus Chemnitz. Sie wollen nicht mehr und nicht weniger, als ein deutsches Pendant zu den amerikanischen Fantasy-Comics produzieren, und sie sind angetrieben durch die Begeisterung für Bilder, den Comicmarkt, fantastische Geschichten und den Traum, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.
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Inzwischen ist das Projekt mit ,Offenbarung' zum Abschluss gekommen, aber ,Beginn' ist der Anfang, wenn auch nicht das erste Heft der Serie. Technische und organisatorische Vorgaben hatten die Macher gezwungen, mit ,Sahra' (Band 2) zu beginnen. Der Fan brauchte viel Geduld, um durch die Veröffentlichungen hindurch zum Kern der Story vorzudringen: Malik, ein Junge aus einer kleinen Stadt im Südosten Deutschlands, wird unvermittelt in den Kampf zwischen seiner und einer fremden Welt hineingezogen, begegnet fremden Wesen, erlebt einen undurchschaubaren Krieg, irrt durch fremde Landschaften. Er spürt, dass er eine Aufgabe in diesem Geschehen hat, weiß aber nicht, welche.
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Blue Evolution #001-2 - Balance |
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In ,Blue
Evolution' #001/2' von TheNextArt geht der Kampf zwischen den Welten weiter.
Langsam wird deutlich, dass der Fantasy-Krieg mit Malik selbst etwas zu tun
hat. Seine Teenager-Probleme drehen sich um Vater, Mutter und Freundin - und
sein Vater taucht als Fantasy-Figur im Konflikt der verschiedenen Welten
auf. inzwischen drängt sich die andere Welt aber nicht mehr nur in Maliks
Träume, sondern beherrscht in zunehmenden Maß auch seinen Wachzustand. Diese
andere Welt ist auf ihre Weise real und kämpft um ihr Überleben, indem sie
Malik auf ihre Seite ziehen will!
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Uneingeschränkt empfehlenswert für alle Freunde anspruchsvoller Fantasy! Von ,Blue Evolution' #001/2' ist eine Variant-Ausgabe mit drei verschiedenen Covers erschienen, die zusammen ein Bild ergeben - also eine Art Tryptichon. Leider ist nur noch Variant 3 verfügbar - dennoch ein besonderes Sammlerstück!
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Blue Evolution #002 - Sahra |
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,Sahra', Band 2 der Fantasy-Saga ,Blue Evolution'
aus dem TheNextArt Verlag, ist ein one-shot, sozusagen eine abgeschlossene
Story in der Story. Für alle Leser der Reihe, die das Treiben der Jungs von
TheNextArt von Anfang an mit verfolgt haben, war ,Sahra' das erste Heft -
hervorgegangen aus unzähligen Zeichnungen des Künstlers Marian Kretschmer,
redaktionell bearbeitet und gekürzt in Zusammenarbeit mit Sebastian Schwarzbold,
mit Farben versehen und gelettert in Zusammenarbeit mit Stephan Haack. Eine
aufwändige Rettungsaktion für ein Projekt, das einen einzelnen Menschen wohl
heillos überfordert. Denn hier wird eine eigene Welt ausgefaltet, die nach
eigenen Gesetzen funktioniert und in erster Linie von Marians unerschöpflicher
Fantasie zusammengehalten wird. |
Band 2 setzt Maliks Geschichte fort, wo sie mit Band 1/2 endet. Maliks
Beziehung zu Sahra ist offenbar gescheitert und beide grämen sich, weil sie
verloren haben, was sie lieben. Die äußerliche Rettungsaktion (Marians Projekt)
spiegelt sich in dem Rettungsversuch einer Liebe, die von vorne herein zum
Scheitern veurteilt war. Schon darin liegt eine gewisse Genialität, die
Realität und Fantasie zur Deckung bringt.
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Blue Evolution #003-1 - Übergang |
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,Unsere Welt ist gefangen im ewigen Kampf zwischen
Gut und Böse, um das Gleichgewicht der Mächte zu halten'. Der gedankliche
Ausgangspunkt der Serie ,Blue Evolution' ist dualistisch und gibt damit
sämtliche Ansätze auf, die eine grundsätzliche Harmonisierung der Welt
erreichen wollen. Die Macher bieten keine idyllische Heilslehre an, sondern
stellen den Kampf zwischen den Mächten als mythische Gesamtschau dar - ohne auf
die althergebrachten Mythen zwischen Dämonen und Göttern zurückzugreifen. Die
Mythlogie von ,Blue Evolution' ist eine private, und ihr Eingangstor ist die
Fantasie des Zeichners Marian Kretschmer. |
,Blue Evolution #003 -Übergang' beginnt mit den Folgen eines schweren
Verkehrsunfalls, in den die streitenden Mächte verstrickt waren. Alles scheint
sich um das private Unglück Maliks zu drehen, der fast krampfhaft versucht, in
seiner Welt glücklich zu werden, obwohl er um die jenseitigen Kräfte weiß. Er
spürt ihre Macht in seinem Leben, denn sie mischen sich immer wieder in seine
Angelegenheiten ein und verhindern, dass er sein Privatleben gebacken
bekommt. ,Das Gleichgewicht der Welten gerät wieder aus den Fugen' - und Malik
sitzt mittendrin. In ,Übergang' beginnt sozusagen der Endkampf, der alles
entscheidet.
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Blue Evolution #003-2 - Erwachen |
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,Das Ende. So nah.' Mit diesen Worten beginnt
,Erwachen', der vorletzte Band der Serie ,Blue Evolution'. Das nahende Ende
beherrscht die Atmosphäre des gesamten Heftes, das so düster und schwer
verständlich daherkommt wie keines der anderen, die Maliks Geschichte zwischen
den Welten erzählen. Das Szenario geht diesmal auf das Konto von Sven Loose,
dem die Sprache und die damit verbundenen Möglichkeiten spürbar wichtig sind.
,Erwachen' liest sich auf vielen Seiten eher wie ein illustriertes Stück
Literatur als wie ein gewöhnlicher Comic. Auch Marian Kretschmer unterwirft
sich nicht mal mehr im Ansatz den Gesetzen einer engen Zunft und löst die
Panel-Struktur zugunsten ganzseitiger Bilder auf, die von Sprech- und
Denkblasen und erzählenden Texten zerschnitten werden. Alles in allem ist ,Blue
Evolution #003/2 sicher keine leichte Kost - eher ein diskussionswürdiger
Beitrag zu den Möglichkeiten der Bildergeschichte. |
Vielleicht ist es gerade dieser Band, der den Machern das Urteil ,chaotisch'
beschert hat - doch bei genauerem Hinsehen schildert ,Erwachen' nur das Chaos
einer inneren Welt, die durch pubertäre Wirrnis, eine unerbittliche
Umwelt und düstere Aussichten aus den Fugen geraten ist. Es ist Maliks Welt,
die auf den Abgrund zusteuert, und es ist das Lebensgefühl eines
Heranwachsenden, der die Seiten des Comics bestimmt. Da ist nichts in Ordnung
oder auch nur einigermaßen zusammenhängend. Da werden keine Brücken mehr
gebaut, um dem Geschehen zu folgen. Schlag auf Schlag wechseln die
Einstellungen zwischen Mükros' Palast, dem Versteck der Widerstandsbewegung und
vielen andere geheimnisvollen Orten. Überall dasselbe Bild: Zerstörung, Elend
und Tod. ,Als würden sie aus dem Leben scheiden, nur um mich zu meiden', denkt
Malik in der realen Welt und meint damit die Menschen aus seiner unmittelbaren
Umgebung - ironischer Zufallsreim inbegriffen.
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Blue Evolution #003-3 - Offenbarung |
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Mit ,Offenbarung', dem dritten Heft des dritten
Bandes der Fantasy-Reihe ,Blue Evolution', endet die Saga um Malik und den
Untergang der Welt. Ohne zu verraten, worauf die Story letztlich hinausläuft,
kann man sagen, dass die Macher aus Chemnitz und Berlin uns wieder einmal
überrascht haben: ein neuer Malik, ein dichters Szenario von Sven Loose, ein
ausklappbares Variant-Cover und die vielen fantastischen Zeichnungen von Marian
Kretschmer, der einmal mehr zeigt, dass er die Grenzen des Comic zur Kunst hin
sprengen möchte. |
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Bericht von der Comic-Action in Essen 17.-20. Oktober 2007 |
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Endlich war es soweit! Von 17.-20. Oktober fand wieder die Spiele-Messe in Essen statt, und in ihrem Rahmen auch die ,Comic Action'! Ich freute mich schon riesig darauf, weil das ,Outline'-Team damit an einem wichtigen Ziel angekommen war: Wir konnten während dieser Tage am Stand des Independent-Verlages ,thenextart’ unser Heft vorstellen, das wir in intensiver Zusammenarbeit am Zeichentisch und im Netz miteinander erstellt haben. Das Gefühl, endlich das eigene Heft mit eigenen Comics in der Hand zu halten, kann niemand beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat. Auch Vergleiche dafür fallen mir nicht ein.
Kaum zu glauben - unser Heft auf der Comic Action!
Aus meiner Sicht hat das Ergebnis die Erwartungen bei weitem übertroffen. Nicht nur ich war von der Druckqualität und der Wirkung unserer 48 Seiten sehr angetan. Ich war schon sehr gespannt, wie die Kunden am Stand auf unser Produkt reagieren würden. Die ersten drei Tage war ich (sevenmileboots) allein als Zeichner für die Präsentation vom ,Outline’ verantwortlich, was natürlich auch einen gewissen Druck erzeugte. Schließlich war es für mich das erste Mal, dass ich mich mit meinen bescheidenen zeichnerischen Fähigkeiten einem Publikum stellte, das unser Heft kaufen sollte! Die Leute von ,thenextart’ versäumten es nie, neben den anderen neuen Heften ,Hades-Syndrom’ (Michael Feldmann), ,Bruchbach-Serenade’ (Benjamin Marquardt und Chris Pfeiler) und dem ,verlagseigenen’ und sehr gewagten Projekt ,Justine & Juliette’ nach Motiven von Marquis de Sade (!) auch auf unser ,Outline' hinzuweisen. Viele der Kunden griffen dann auch schon bereitwillig nach unserem Produkt, weil sie hörten, auf welche Weise es entstanden ist. Der Comicmarkt, besonders auf Messen, ist bevölkert von Fans, die gern bereit sind, die alternative Szene mit ein paar Euros zu unterstützen. Natürlich hatten es alle auch auf die persönlichen Sketches der Zeichner abgesehen, und ich kann nur sagen: ,Boooaaahhh! – ganz schön Stress!’ Für einen wartenden Kunden ein Bild nach seiner Wahl zu zeichnen, ist eine ziemlich spannende Angelegenheit und hat etwas von einem Tempo-Sport. Wollte der eine bestimmte Comicfigur in meinem Stil gezeichnet haben, schlug ein anderer sein Dauer-Thema: ,Schweine’ vor. Kinder wollten natürlich die Simpsons, und der interessierte Fan hatte es vor allem darauf abgesehen, den Zeichnern auf die Finger zu schauen.
Ich beim Zeichnen einer ,Schweinerei'.
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Für mich war das eine neue, interessante, aber auch recht schlauchende Erfahrung. Immerhin saß ich drei Tage regelmäßig da, und kaum war die eine Zeichnung fertig, kam schon die nächste. In den Pausen zeichnete ich einfach, was mich selbst gerade interessierte, und nicht wenige dieser Bilder brachte ich auch als Sketche an den Kunden. Als dann sonntags Fern und Happy Ant auftauchten, empfand ich es tatsächlich als so etwas wie eine ,Wachablösung’, und ich konnte die ganze Szenerie von der anderen Seite betrachten. Die beiden kamen sehr sympathisch und engagiert rüber, und wie alle anderen Kunden habe auch ich von ihnen einige schöne Zeichnungen ergattert.
Happy Ant und Fern in Action - im Hintergrund Marian Kretschmer
Nebenbei hatte ich am Sonntag noch Zeit, die Stände anderer Anbieter zu durchstöbern. Alles in allem sah es aus wie in den Jahren vorher, außer ,thenextart’ waren diesmal allerdings keine Independent Verlage da. So wurde ich auf meinem Messe-Trip nicht zu viel Geld los. Lieber tauschte ich mich mit den neuen alten Bekannten über unsere Projekte aus.
Fern und ich zeigen uns gegenseitig neue Sachen
Die Comic Action in Essen steht natürlich im Schatten der viel größer aufgezogenen Spiele-Messe, wegen der auch die meisten Kunden in den Hallen auftauchen. Der eine oder andere ,verirrt’ sich aber sozusagen auch zu den Comics und wird dort fündig. Nur wenige kommen in erster Linie, um zu schauen, was es auf dem Comic-Markt Neues gibt. Das ist vielleicht der Grund, warum sich außer den ortsansässigen Händlern und ,Panini’, dem saugenden Comic-Giganten, kaum andere Verlage bereit finden, ihre Produkte in Essen zu präsentieren. Splitter zog die Frankfurter Buchmesse vor, viele andere werden wohl im Comic-Salon im Mai nächsten Jahres in Erlangen sein. Ich freue mich schon darauf, denn ich habe mir die Zeit dafür schon frei gehalten. Wir werden auch dort unser Heft präsentieren und anbieten - auch Zeichnungen wird es natürlich wieder geben. Der Comic-Salon als reine Comic-Messe wird dem Produkt natürlich viel eher gerecht, während die Comic Action in Essen eher eine Chance ist, sich auch Kunden zu nähern, die sich nur am Rande für Comics interessieren. In diesem Rahmen ist unser Projekt ein voller Erfolg gewesen! (Bericht: sevenmileboots - Bilder von der Comic Action: Chrissy H.) |
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